Kaufnebenkosten einfach erklärt
Kaufnebenkosten sind alle Kosten, die beim Immobilienkauf zusätzlich zum reinen Kaufpreis anfallen. In Berlin und Brandenburg summieren sie sich typischerweise auf 10 bis 12 Prozent: Grunderwerbsteuer (6,0 bzw. 6,5 Prozent), Notar- und Grundbuchkosten (zusammen etwa 1,5 bis 2 Prozent) sowie die hälftige Maklerprovision (üblich bis 3,57 Prozent inklusive Mehrwertsteuer).
Für die Finanzierung sind die Nebenkosten besonders relevant: Banken finanzieren in der Regel nur den Kaufpreis, nicht die Nebenkosten – sie müssen also aus Eigenkapital gedeckt werden. Bei einer Wohnung für 400.000 Euro sind das schnell 45.000 Euro, die vor dem ersten Tilgungseuro aufgebracht sein wollen.
Auch Verkäufer haben Nebenkosten, die oft übersehen werden: die eigene Provisionshälfte, den Energieausweis, die Löschung alter Grundschulden und gegebenenfalls eine Vorfälligkeitsentschädigung für die vorzeitige Ablösung des Immobilienkredits. Diese Posten gehören in jede seriöse Erlösrechnung vor dem Verkauf.
Verwandte Begriffe
Grunderwerbsteuer
Grunderwerbsteuer (GrEStG): einmalige Steuer beim Immobilienkauf – je nach Bundesland 3,5 bis 6,5 % des Kaufpreises, in Berlin 6,0 %, in Brandenburg 6,5 %.
Begriff lesenMaklerprovision
Maklerprovision (§§ 652, 656a ff. BGB): Vergütung für die erfolgreiche Vermittlung. Beim Wohnungs- und Hausverkauf zahlt der Käufer höchstens die Hälfte.
Begriff lesenVorfälligkeitsentschädigung
Vorfälligkeitsentschädigung: Ausgleich an die Bank für die vorzeitige Ablösung eines Immobilienkredits – oft fünfstellig, nach 10 Jahren vermeidbar (§ 489 BGB).
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